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Ausgleichsflächen

20.12.2018 Die Gemeinde Mintraching schafft Ausgleichsflächen

Bürgermeisterin Angelika Ritt-Frank macht sich mit Georg Maierhofer vom Landschaftspflegeverband ein Bild von den Arbeiten bei Schwaighof.
Ausgleichsflächen

Bei der Entwicklung eines Wohn- oder Gewerbegebiets durch Gemeinden wird der Natur Fläche entzogen, meist handelt es sich dabei um Äcker, welche sich am Ortsrand befinden. Dieser Eingriff in die Natur muss aufgrund von Vorgaben aus dem Baurecht ausgeglichen werden. Hierzu werden oft Acker- oder Wiesenflächen so umgestaltet, dass sie später als Feldgehölze, Weghecken oder extensiv genutzte Wiesenflächen einen verbesserten Lebensraum für Fauna und Flora bieten. In der Gemeinde Mintraching werden nun die Ausgleichsflächen angelegt, die bei den Baugebieten in den vergangenen Jahren festgelegt wurden. Die Maßnahmen umfassen in einem ersten Schritt eine Gesamtfläche von knapp zehn Hektar, wobei in den nächsten Jahren noch weitere zehn Hektar folgen werden. Die Standorte sind quer über das Gemeindegebiet verteilt und unterschiedlich groß.

Mit der Umsetzung der Maßnahmen ist der Landschaftspflegeverband Regensburg beauftragt worden, der die Arbeiten koordiniert und beaufsichtigt. Bei einem Ortstermin bei Schwaighof erläuterte Georg Maierhofer als zuständiger Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbandes nicht ohne Stolz die Eckdaten des seit knapp einem Jahr geplanten Projekts: Insgesamt werden über 6.500 Stück Sträucher und Bäume gepflanzt, darunter auch 35 Hochstamm-Wildobst. Die Pflanzungen werden mit 3.300 m Wildschutzzaun in den nächsten Jahren vor Verbiss geschützt. Zur Umsetzung dieser Maßnahme ist ein spezielles Pflanzgerät im Einsatz, welches mit händischer Unterstützung die Pflanzen einpflügt.

Um einen rein freiwilligen Akt handelt es sich bei dieser Aktion jedoch nicht: „Die Umsetzung der Ausgleichsflächen ist im Baurecht gefordert, die entsprechenden Baugebiete sind bereits umgesetzt. Auch die Art der Maßnahmen ist in den jeweiligen Bebauungsplänen schon vor Jahren geregelt worden“, so Bürgermeisterin Ritt-Frank. Unabhängig von dem rechtlichen Hintergrund ist man aber bemüht, sowohl den Interessen der Landwirtschaft als auch des Artenschutzes gerecht zu werden. So wurden z.B. die Feldgehölze möglichst weit von befahrenen Straßen zurückgesetzt um Wildschäden zu vermeiden, auch wird bei der Auswahl der Pflanzen auf regionale Arten geachtet, die in Summe möglichst das ganze Jahr über mit ihren Blüten und Früchten Nahrung nicht nur für Insekten bereit halten. Dass die Schaffung von Ausgleichsflächen für Bürgermeisterin Angelika Ritt-Frank keine reine Pflichtübung ist, sieht man z.B. daran, dass bei Neuansaaten von Wiesen auf Blumenwiesenmischungen zurückgegriffen wird. „Wenn wir schon Flächen aus der landwirtschaftlichen Nutzung nehmen müssen, dann wollen wir einen möglichst hochwertigen Lebensraum schaffen“, so die Bürgermeisterin.

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